Kinder Gottes, ein Meisterwerk seiner Schöpfung

Am Mittwoch, den 1. Oktober 2014, diente Bischof Ralph Wittich den Geschwistern der Gemeinde Reichenbach. Zum Gottesdienst eingeladen waren ebenfalls die Gemeinden Auerbach und Lengenfeld.

Der Bischof legte dem Gottesdienst das Bibelwort Epheser 2,10 zugrunde:

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

Das Chorlied „Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes“ schien für Bischof Wittich der perfekte Einstieg in den Gottesdienst zu sein, denn er sprach davon, dass dieses Lied kein einfaches Lied sei, aber einen mächtigen Inhalt habe.

Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Keiner! In dem Lied, das nach Worten aus Römer 8, 35.38.39 geschrieben ist, heißt es: Weder Tod noch Leben, weder Hohes noch Tiefes, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges können uns scheiden von der Liebe Gottes.

Mit diesem „wortgewaltigen“ Einstieg in den Gottesdienst war Bischof Wittich fast unmerklich mitten in den Auslegungen des Epheser-Wortes.

Der Mensch – ein Meisterwerk Gottes

Der Bischof sprach davon, dass die Schaffung des Menschen ein Werk Gottes ist, ja dass der Mensch sogar die Krone der Schöpfung sei, also ein Meisterwerk, ein Kunstwerk. Und dieser Mensch wurde geschaffen, gute Werke zu tun. Apostel Paulus schrieb in seinem Brief an die Epheser: „… geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.“ Dabei ging es in der Zeit des Apostel Paulus um die Einheit der Gemeinde zu Ephesus. Bischof Wittich erklärte die damaligen Verhältnisse so, dass es in der Gemeinde nicht einfach war, die Christen – bestehend aus den Juden und Heiden – „unter einen Hut zu bringen“. Schon damals dachte jeder, nur er wäre im Recht. Es gab Hunderte von Gesetzen. Bischof Wittich führte das Gesetz der Beschneidung der Juden an. Für die Heiden galt dieses Gesetz nicht. Deshalb sagte Paulus der Gemeinde: „Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart. (…) Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi“ (aus Epheser 2, 11.12.13).

Ein Christ ist kein Solist

Wir wollen immer daran denken, dass

  • Jesus als Mensch auf die Erde gekommen ist,
  • er sündlos über die Erde gegangen ist,
  • er das Opfer brachte, durch das wir Menschen aus Gnaden immer wieder Sündenvergebung erlangen.

Gott hat ebenfalls dafür gesorgt, dass sein Evangelium bis in unsere Zeit verkündet wird und sein Erlösungswerk auch in unserem Land aufgebaut werden konnte.

Gott hat uns aus Gnaden erwählt. Das ist viel größer als das, was wir für Gott tun können. Bischof Wittich sprach sogar davon, dass dies einer Einbahnstraße gleich käme: Gott gibt uns alles. Er reicht uns seine Hand und er erwartet nichts Ähnliches von uns.

Ja, welche Werke sollen uns auszeichnen? Unsere Werke sollen sein: Nachfolge, Glaubensgehorsam, Weiterentwicklung, Nächstenliebe, Vergebungsbereitschaft. Die Voraussetzungen, diese Eigenschaften sichtbar werden zu lassen, hat Gott in jeden Menschen gelegt. Wir müssen sie lediglich erwecken und pflegen. Bischof Wittich betonte mehrmals in seinen Ausführungen, dass dies kein Einzelwerk ist. Gott hat die Kirche Christi geschaffen, er hat uns in Gemeinden zusammengeführt. Wir brauchen einander, um gute Werke zu tun. Drum wollen wir miteinander beten, einander helfen und füreinander da sein – immer mit der Sensibilität für die jeweilige Situation und dem Gespür, was unser Nächster gerade braucht.

Bezirksältester Thomas Blank wurde zum Mitdienen gerufen. In seiner Copredigt bekräftigte er die Aussagen des Bischofs und rief die Gemeinde dazu auf, gemäß dem Chorlied „Selig sind“ (CB 397) die 3 Stufen im Vollbringen guter Werke zu durchlaufen:

1. Stufe: Gottes Wort hören
2. Stufe: Gottes Wort bewahren
3. Stufe: Gottes Wort tun.

Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Gemeindechor, bestehend aus Sängern der Gemeinden Reichenbach, Lengenfeld und Auerbach, umrahmt.

Text: K.L. / Fotos: K.Mr.