Während der Kirchensaal schon gefüllt war, wartete der Kinderchor gespannt auf das Ankommen des Bezirksapostels. Freudig konnte der Ehrengast schließlich in feinstem "Denglisch" mit den Worten "Heute feiern wir ein Fest, David Heynes is our guest" willkommen geheißen werden. "So machen wir das weiter - ein bisschen Deutsch und ein bisschen Englisch" freute sich der Bezirksapostel.
Mit dieser Freude begann Bezirksapostel Heynes auch seine Predigt im Gottesdienst. Gott freut sich, wenn wir zu ihm kommen. Bezirksapostel Heynes verglich es mit dem Besuch der Eltern – welche Freude ist bei ihnen, wenn sich die Kinder oder Enkelkinder ankündigen.
Auf der Anreise nach Rockendorf war der Bezirksapostel mit dem Apostel an Sonnenblumenfeldern vorbeigefahren. Er schilderte, wie alle Blumen zur Sonne ausgerichtet waren. Wenn man sie betrachtet, sehe es aus „wie ein freudiges Lächeln“ der Blumen. Wir wollen – wie die Blumen zur Sonne – auf Jesus schauen. Von dort erhalten wir unsere Kraft. Gottes Liebe scheint auf uns und wärmt uns auf. Wenn wir Probleme haben, neigen sich unsere Köpfe vielleicht nach unten. Unsere Sorgen können wir aber an den Altar legen.
Wie kommen wir ins Himmelreich, was hindert uns?
Für den Gottesdienst hatte der Bezirksapostel ein Bibelwort gewählt, nach welchem der Stammapostel kürzlich in Karlsruhe predigte. "Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient." (Philipper 2, 3-4)
Bezirksapostel Heynes erklärte, wie der Stammapostel dort auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn einging. Im Text wird deutlich beschrieben, wie sehr sich der Vater über die Wiederkunft seines Sohnes gefreut hat, und wie sie ein großes Fest feierten. Der andere Sohn aber ärgerte sich darüber und nahm nicht an der Feier teil. Seine Eitelkeit hinderte ihn an der Freude.
"Die Liebe Gottes ist genug für alle", verdeutlichte der Bezirksapostel. Wir wollen uns nicht von Eitelkeit, Ehre oder Neid an der Teilnahme hindern lassen. Das sei nicht immer einfach. Manchmal sind wir neidisch, wenn der andere etwas bekommt und wir nicht, oder sind vielleicht befremdet von Ansichten oder Lebensweisen. Schon ein modernes Instrument kann uns vielleicht fremd sein.
Wir müssen die Liebe Gottes an dem Anderen respektieren. Erlauben wir uns, unterschiedlich zu sein, und begegnen uns auf gleicher Höhe. Der Bezirksapostel machte unmissverständlich klar, dass Gott den Nächsten genauso lieb hat wie uns selbst.
Das Bild vom Sonnenblumenfeld prägte weiter den Gottesdienst. Auch der Gemeindevorsteher ging darauf ein. Die Blumen haben zwar unterschiedliche Stängel und Blätter, doch es herrscht keine Konkurrenz. Sie blicken gemeinsam zur Sonne wie eine Gemeinde. "Du und ich, wir dürfen auf Gott, auf Jesus Christus, schauen. Und das darf mein Nachbar auch und ich gönne ihm das von ganzem Herzen.", fasste der Vorsteher zusammen.
Auch Apostel Dietel bestätigte, dass man dieses Bild mitnehmen muss. Die Sonne strahlt für alle. Recken wir uns nicht besonders und verdecken anderen die Sicht. Die Blumen sahen aus als wären sie „auf Lücke gesetzt“, so dass jede etwas abbekommt. Setzen wir besonders die Kinder so, dass sie einen schönen Blick haben und Gottes Liebe spüren können. Bedenken wir den Anderen mit Liebe, damit auch er wachsen kann.
Ein besonderer Höhepunkt war das Abendmahl für die Entschlafenen im Gottesdienst. Der Bezirksapostel sprach an, dass wir dabei oft an unsere Lieben und Vorangänger denken. Vielleicht gibt es im Jenseits aber auch jemanden, mit dem wir nicht so eine gute Verbindung hatten. Auch sie sollen die Sonne der Gnade erleben. Vergeben wir, wie wir wollen, dass uns vergeben wird.
Gemeinschaft im Anschluss
Den Bezirksapostel ganz nah erleben - das konnten die Geschwister beim Brunch nach dem Gottesdienst. Auch Apostel Dietel saß mitten unter den Geschwistern. Man hatte das Gefühl, als wären beide schon immer ein Teil der Gemeinde.
Neben kräftigen Thüringer Rostern waren zahlreiche erfrischende Salate und leckere Desserts am Buffet an der Kirche aufgereiht. Im Kirchenhof ließen es sich die Glaubensgeschwister der Gemeinden schmecken und hatten Zeit für schöne Gespräche. Viele kennen sich privat oder von früheren Zusammenkünften und Jugendaktivitäten.
Als Abschluss des Festtages konnten die Anwesenden eine audiovisuelle Multimedia-Präsentation ansehen, welche die geschichtliche Entstehung der Gemeinden in der Region und die Höhepunkte Rockendorfs eindrucksvoll veranschaulichte. Mit Applaus für emotionale Erinnerungen bedankten sich die Zuschauer für den erlebten Sonntag. Der Tag war ein besonderer Höhepunkt, den die kleine Gemeinde Rockendorf mit den Saalfelder und Gräfenthaler Geschwistern feiern durfte.
Es war auch ein weiterer Höhepunkt für die Region, der sich den Ereignisse in 2025 und 2026 anfügt. Zuerst Apostel Mutschler in Saalfeld (noch als Bezirksapostelhelfer), dann der Stammapostel in Plauen, bereits mehrere Apostel-Gottesdienste in den Gemeinden, der Bezirkstag und nun Bezirksapostel Heynes erster Gottesdienst im Bezirk.
Neuapostolische Kirche