Auf den ersten Blick schienen die Inhalte nicht so recht zum Erntedankfest zu passen. Da sollte ja immer die Dankbarkeit und die Freude im Vordergrund stehen. Aber beim genaueren Hinschauen und Hinhören auf den Text und die Musik konnte auch bei diesem sehr interessanten und abwechslungsreichen Programm eine tiefe Dankbarkeit entstehen. Gott hat uns einen Glauben geschenkt, der uns im irdischen Leben tröstet, stärkt und Hoffnung vermittelt und darüber hinaus eine Zukunft über den Tod hinweg bei ihm bereitet. Welch ein Grund zur Dankbarkeit und der vielleicht "stillen Freude" über Gottes Wirken in unserem Leben. Die von den beiden Ensembles vorgetragene, emotionale Musik hat im Inneren berührt und zugleich eine tiefe Dankbarkeit und Begeisterung für das Wirken Gottes ausgelöst. . Die Zuhörer konnten diese Tiefe und diese emotionale Berührung nicht nur verspüren, sondern in sich aufnehmen – „atmen“.
Zu Beginn des Konzerts erklang die Konzert-Ouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Werk basiert auf den Gedichten Meeresstille und Glückliche Fahrt von Johann Wolfgang von Goethe. Die Meeresstille beschreibt Mendelssohn durch ein Adagio in D-Dur, das die Streicher dominieren. Der nachfolgende schnelle Teil beschreibt den Wind, der nun das Schiff antreibt, sowie die Ankunft im Hafen. Das Orchester musizierte dieses sehr anspruchsvolle Werk ausdrucksstark und souverän.
Anschließend rückte der Chor mit drei bekannten Titeln in den Mittelpunkt. Anton Bruckners Locus iste, die an den 43. Psalm angelehnte Motette Richte mich, Gott von Mendelssohn Bartholdy sowie Wie liegt die Stadt so wüst von Rudolf Mauersberger wurden präzise und zugleich gefühlvoll vorgetragen. Dabei erreichte Roswitha Dominic – seit 2024 künstlerische Leiterin des Zentralchores – durch ihr Dirigat die Stimmung der jeweiligen Werke in den Raum zu übertragen.
Die vom Orchester vorgetragene Pavane komponierte der französische Komponist Maurice Ravel ursprünglich als Klavierstück. Die impressionistische Komposition entstand 1899 während seines Studiums unter Gabriel Fauré am Conservatoire de Paris und ist damit eines seiner Frühwerke. 1910, über ein Jahrzehnt später, veröffentlichte Ravel die Fassung des Stücks für Orchester.
Das Hauptwerk des Konzert-Nachmittags, das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré ist eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solisten, Chor und Orchester. Fauré vollendete die Komposition seines Requiems – seines einzigen größeren Werkes mit einem religiösen Text als Basis – 1887 im Alter von 42 Jahren.
Insgesamt war es Fauré ein Anliegen, ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen. In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge von Chor und Orchester in stimmungsvolle Dur-Akkorde und lassen tröstend das Himmelreich erahnen.
Zentralchor und –orchester musizierten gewohnt geschlossen und aufeinander abgestimmt, die beiden Solisten, Ayda Agwa (Sopran) und Andreas Drescher (Bariton) fügten sich mit ihren warmen Stimmen wunderbar ein. Und Georg Christoph Sandmann erzeugte mit seinem „Klang in allen Facetten“ fordernden Dirigat genau diese emotionale Musik, die im Inneren berührt und zugleich eine tiefe Dankbarkeit und Begeisterung für das Wirken Gottes ausgelöst hat (siehe Einleitung).
Ein großartiger Konzert-Nachmittag! Das Publikum dankte mit großem Applaus.
Hier geht es zur Internetseiten der beiden Ensemles.
(Anmerkung der Redaktion: Weitere Fotos folgen in Kürze)
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