Unter dem Stern in Rockendorf

Weihnachten wird es immer ganz besonders in der Kirche. Und weil in unserem Kirchturm keine Glocken sind, läutete der Kinderchor mit „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ ein, bevor der Gottesdienst feierlich mit „Ich steh an deiner Krippen hier“ begann.

Die Bibellesung Mt 1,18–25 aus dem Matthäusevangelium, vorgetragen von Kerstin Rimpler, schilderte die Ankündigung der Geburt Jesu durch einen Engel an Josef. Im Bibelwort aus Lukas 2, 10-12 finden sich ebenfalls die ermutigenden Worte des Engels: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude..."

Gemeindevorsteher Ralf Franz ging in der Predigt auf die für Josef und Maria schwierigen Umstände ein, weil Maria vom Heiligen Geist schwanger geworden war. Auch die Hirten fanden den verheißenen mächtigen Heiland in einem Stall vor - in Niedrigkeit in einer Krippe. Doch sie glaubten der Botschaft und gingen glücklich wieder zurück, auch wenn Herrlichkeit und Macht nicht sichtbar waren. Heute zeigt sich die Botschaft im Heiligen Geist. Auch wir müssen sein Wirken glauben, wenn es noch nicht sichtbar ist. Die vollkommene, "EINE" Kirche Christi existiert aber bereits, auch wenn wir verschiedene Glaubensansichten und Kirchen haben. In der Ökumene finden wir diese Kirche wieder. „Lasst uns diese Kirche Christi miteinander gestalten“, rief Evangelist Franz auf. Sichtlich dankbar sprach er davon, Teil einer Gemeinde zu sein, die dies annimmt, lebt und miteinander gestaltet.

Während den Predigten stellte sich heraus, dass beide Geistliche an Heiligabend tags zuvor ökumenisch unterwegs waren. Der Evangelist hatte die Christmesse in Rockendorf besucht, und Priester Krüger den Gottesdienst in Peuschen. Dort war er durch Pfarrerin Thalmann auf einen irischen Segenspruch aufmerksam geworden, den er auch unserer Gemeinde gern mitbrachte:

„Möge der Engel, der in die Welt die Botschaft vom Frieden brachte, an deinem Haus nicht vorübergehen, und möge das Kind, das hinter der Armut seine Göttlichkeit verbarg, in deinem Herzen eine Wohnung finden.“

Letztlich gab Diakon Tröger einen Predigtbeitrag. Er erinnerte an die vollkommene Liebe Gottes. Wenn Gott uns immer wieder bittet, dann wird er nicht lauter oder gar ärgerlich, wie es uns manchmal bei Kindern gehen kann, wenn sie in die Weihnachtsgeschenke vertieft sind, und nicht hören.
„Liebe ist tragend,“ und auch „ein Stück vollkommene Kirche“, hatte ebenso Evangelist Franz bei seinem Dank an die Gemeinde hervorgehoben.

Der Chor, Kinder und Jugend umrahmten den Weihnachtsgottesdienst wundervoll und würdig mit ihren Vorträgen. Zum Abschluss gab es noch einmal das mitreißende „Fröhliche Weihnacht“, welches schon zum Weihnachtskonzert zu hören und sehen war. Neben dem segensreichen Gottesdienst gab es auch noch Geschenke. Liebevoll hatten fleißige Hände weihnachtliche Tüten mit Plätzchen und Marmelade für jeden vorbereitet.